Chiropraktik

Chiropraktik ist eine seit 5000 Jahren bekannte, manuelle Behandlungsmethode, die bei vielen Gesundheitsproblemen und Rittigkeitsproblemen des Pferdes eingesetzt werden kann. Im Zentrum der Chiropraktik stehen die gestörte Funktion der Wirbelsäule und die Auswirkung dieser Störungen auf das Nervensystem und den Gesamtorganismus.

Chiropraktik ersetzt nicht die traditionelle Veterinärmedizin, bietet jedoch insbesondere bei der Behandlung von Funktionsstörungen der Wirbelsäule sowie bei vielen akuten und chronischen Schmerzzuständen mechanischen Ursprungs eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin. Wenn sie sachgemäß erfolgt, kann die chiropraktische Behandlung eine effektive Vorsorge zur Gesunderhaltung Ihres Pferdes sein. Sie kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Problemen eingesetzt werden. Bei chronischen Gliedmaßenerkrankungen wie zum Beispiel Hufrollenentzündungen oder Sehnenproblemen kann eine begleitende Behandlung die Heilung unterstützen und sekundär auftretende Rückenprobleme verhindern. Sie stellt die Gelenkbeweglichkeit oder die gestörte Wirbelsäulenstatik wieder her, und ermöglicht so dem Pferd sein volles Leistungspotential zu nutzen.

Die funktionelle Fehlstellung bzw. die funktionelle Bewegungseinschränkung eines Wirbelgelenkes bezeichnet man als „Subluxation“ oder umgangssprachlich „Blockade“. Das bedeutet, der normale Bewegungsspielraum eines oder mehrerer Wirbelgelenke ist eingeschränkt.  Es kommt im umliegenden Gewebe und der Muskulatur zu Verspannungen, die als Folge neurophysiologische Probleme verursachen.  Ein abgedrückter oder gequetschter Nerv hat eine verlangsamte Reiz- bzw. Informationsleitung. Dies führt zu mangelnder Koordination und Leistungseinbußen. Sekundär können so weitere Blockaden entstehen.

Die Behandlung erfolgt durch den so genannten „Thrust“, einem sehr spezifischen, mit den Händen ausgeführten schnellen Bewegungsimpuls. Die funktionelle Fehlstellung der Gelenke wird korrigiert und die Beweglichkeit wiederhergestellt. Aufgrund von Muskelkater und einem neuen Körpergefühl kann es in Einzelfällen zu einer vorübergehenden, höchstens 48 Stunden andauernden Verschlechterung der Beweglichkeit des Tieres kommen. In der Regel machen sich die positiven Veränderungen schon frühzeitig bemerkbar.

Ob eine weitere chiropraktische Behandlung notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab. Oft reicht eine einmalige Behandlung aus, gerade wenn Sie mit anderen Therapieansätzen kombiniert wird.  Bei chronischen Leiden oder langem Krankheitsgeschehen ist oft eine Nachbehandlung nötig, da sich die Muskeln und Bänder durch die Schonhaltungen und Blockaden diesem krankhaften Zustand angepasst haben. Eine Nachbehandlung kann je nach Fall im Abstand von zwei bis sechs Wochen erfolgen.


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